Das Softair Spiel und seine Ausrüstung
Softair bezeichnet ein taktisches Geländespiel, in dem mit speziellen Softairwaffen ausgerüstete Teams gegeneinander in verschiedenen Szenarien antreten. Andere Begriffe für das Spiel sind auch Airsoft oder Skirmish.
Die Geschichte
Das Softair Spiel wurde ursprünglich in Japan entwickelt. Ausschlaggeben war, dass nach dem Zweiten Weltkrieg für die japanischen Zivilbevölkerung Schusswaffen verboten wurden. Deshalb wich die japanische Industrie auf Waffenrepliken, gefertigt aus Kunststoffen zurück und brachte damals die ersten funktionsfähigen Waffennachbauten auf den Markt, welche als Spielzeug genutzt wurden. Damals waren diese Waffen noch manuell arbeitend und federbetrieben. Da das Marktpotential groß war und durch die hohen Verkaufszahlen konnte der Airsoftmarkt in Asien schnell expandieren. Durch stetige Neuerungen wie die elektrisch betriebenen Softairwaffen und weiter zu gasbetriebenen Spielzeug-Softairwaffen wurden die eigentlich zum Spielen produzierten Waffen zu hoch entwickelten technischen Waffenreplikaten. Über die amerikanische Besatzung wurden die Spielzeugwaffen in den Westen gebracht. Hier entwickelte sich dann auch die Begriffe Airsoft oder Softair. Erst 2004 hielten durch die Novellierung
die Softairwaffen auf dem deutschen Markt Einzug. Seitdem können diese Kriegswaffenrepliken im Waffen- und Spielzeughandel regulär erworben werden. Auf dem deutschen Markt hat sich vor allem die Bezeichnung Softair durchgesetzt. Wobei die Hersteller dieser Spielzeugwaffen immer noch vorwiegend aus der asiatischen Gegend kommen, in der sich Unternehmen meistens auf bestimmte Kategorien der Waffentypen spezialisiert haben. Es gibt für die meisten Waffentypen unzählige Zusatzausstattungen von Custom Kits bis hin zu Tuningläufen. Mit den Custom Kits kann das ganze Aussehen der Softairwaffe verändert werden. Aus den ursprünglichen Waffen aus Kunststoff wurden Repliken aus Metall, welche ihren original Vorbildern vom Aussehen her in nichts nachstehen.
Das Spielprinzip
Das Prinzip des Spiels ist ähnlich dem von Lasergames oder des Paintballs. Beim Softair werden allerdings Plastikkugeln mit überwiegend 6 mm Durchmesser verwendet. Bei den Spielvarianten gibt es kurze, sogenannte Quickgames und lange, sogenannte Operations Spiele. Ein mögliches Ziel kann das Halten der Flagge durch die Spielpartei oder auch die Eroberung eines bestimmten Objektes sein. Die Treffer kann man relativ schlecht erkennen, weshalb dieses vom Getroffenen selber durch beispielsweise "Hit" angesagt werden müssen. Innerhalb des sogenannten Sportschießens, welches über die "International Practical Shooting Confederation" organisiert wird, handelt es sich um ein Parcourschießen. Aber auch das Re-enactment, also das Nachspielen ist ein weiterer Spielmodus.
Das Battle Display / Reenactment
Innerhalb des Airsoftspieles bezeichnet der Begriff Battle Display das möglichst detailgetreue Nachstellen einer wirklich existierenden militärischen Einheit. Das Ziel hierbei ist, von einzelnen Spielern, oder auch von ganzen Teams, die komplette Ausrüstung nach dem ausgewählten militärischen Beispiel zu gestalten. Das kann beispielsweise eine Teilstreitkraft der Armee sein, wie beispielsweise die United States Army, oder sogar einer Spezialeinheit in der Teilstreitkraft wie die United States Navy SEALs sein. Berichte und Fotos auf denen die komplette Ausrüstung eines Soldaten eindeutig beschrieben oder zu sehen ist gelten dabei als Referenz. Die Spieler oder auch nur Sammler, welche sich mit Battle Display beschäftigen, werden oft auch als Reenactor bezeichnet. In diesem Zusammenhang wird fälschlicherweise oft von Reenactment gesprochen. Allerdings lässt sich dieser Begriff lediglich auf das geschichtliche Reenactment verwenden. Einige Reenactor wählen sich dabei Bilder aus einzelnen Infanteristen aus und bilden diese dann eins zu eins nach. Wieder andere sammeln einfach die Eindrücke unterschiedlicher Soldaten einer Einheit ein und entwerfen hieraus ihr eigenes persönliches Outfit, aber im gleichen Stil. Innerhalb der Fachkreise gelten lediglich solche Airsoft-Spieler als echte Reenactor, wenn ihre Ausrüstung zum großen Teil aus den original Teilen und nicht aus Replikas besteht, also Teilen die auch wirklich von Soldaten verwendet und getragen wurden. Die einzige Ausnahme ist hierbei selbstverständlich die Softairwaffe dar. Beim Airsoft kommen Reenactor nur sehr vereinzelt vor, da die überwiegende Anzahl der Spieler überhaupt keinen oder nur kleinen Wert auf die Authentizität ihrer Ausrüstung legen. Der überwiegende Grund dafür ist sicher, dass die originalen Ausrüstungsgegenstände deutlich höhere Koste verursachen.
Die Spielgeräte, Ausrüstung und Waffen
Für das Spiel statten sich die Spieler beispielsweise mit militärischer Tarnkleidung sowie weiterer taktischer Ausrüstung aus. Hierzu zählen beispielsweise einfache Funkgeräte, militärische Westen, holografische Visiere oder Nachtsichtgeräte. In letzter Zeit sind auch extra für Airsoft hergestellte Anzüge sowie Ausrüstungsgegenstände erhältlich, welche eben keine Tarnschemata aus der Armee verwendet, damit die Abgrenzung des Spiels zu polizeilichen, militärischen sowie terroristischen Geschehnissen gegeben ist. Aber die Ausrüstung dient vor allem, neben der Tarnung auch dem Schutz der Zähne, der Augen, der Gelenke und des Gehörs.
Die rechtliche Behandlung
Das Softair Spielen unterliegt einigen gesetzlichen Vorschriften, die unbedingt beachtet werden müssen. So kann beispielsweise das unerlaubte Betreten von privatem Gelände als Hausfriedensbruch bestraft werden. Genauso stellt das Verschießen dieser Plastikmunition nach Landes- und Kommunalrecht eine Ordnungswidrigkeit dar, die entsprechend geahndet wird.
Softair Verbände und Vereine
Es gibt in verschiedenen Ländern unterschiedliche Vereine und Verbände. Eine davon ist die Swiss Airsoft Federation. Die Swiss Airsoft Federation ist der Schweizer Airsoft-Verband. In diesem Verband sind zwei Unterverbände vorhanden, die "Airsoft Verband Deutschschweiz" sowie die "Fédération Romande Air Soft". Im Oktober 2007 haben beide Vereine fusioniert und sind nun zusammen mit mehr als 65 Mitgliedsvereinen den Airsoft-Dachverband der Gesamtschweiz. Dieser Verband arbeitet sehr eng mit der ProTell, Fedpol sowie verschiedenen weiteren Organisationen zusammen. Innerhalb der Waffenpolitik betreiben sie hierbei Lobbyismus. Zudem wurde beispielsweise innerhalb einer Umfrage zusammen mit der ETH Zürich die Gewaltbereitschaft der Airsoftspieler ermittelt. Ein ebenfalls bekannter Verband ist der Österreichische Airsoft Sport ÖASV. Am 20. Oktober 2007 wurde auf dem 2. Österreichischen Airsoftkongress in Salzburg der Grundstein zur Verbandsgründung für den unabhängigen Airsoft Verein für Österreich gelegt. Dabei hat sich der Airsoft Sport Verband Österreich zum Ziel gesetzt, die Sportart "Airsoft" zu fördern und bei der Entwicklung weiterzuhelfen. Im Laufe seines Bestehens hat der Verband ein einheitliches Regelwerk zu den Bereichen Verhalten in der Öffentlichkeit, die Sicherheit sowie zu allgemeinen Regeln innerhalb des Airsoftsportes geschaffen, es ist unter dem ÖASV Reglement nachzulesen.
Die Spielwaffe, die Softairwaffe
Die Airsoftwaffe, auch als Softairwaffe bezeichnet ist eine ganz spezielle Druckluftwaffe, welche verharmlosend oft auch als Airsoftsportgerät bezeichnet wird. Diese Waffe dient als Spielgerät oder beim taktischen sportlichen Geländespiel als Sportwaffe für das Airsoft Spiel. Zudem gibt es auch innerhalb dem Sportschießen gewisse Disziplinen, welche mit diesen speziellen Softairwaffen ausgeübt werden. Oft werden diese Waffen unter Lizenzen sehr realistisch den echten Schusswaffen nachgebaut und gelten deshalb als Replikate. Diese Waffen verschießen entweder über Federdruck, mit elektronisch betriebenem Druckluftsystem oder mit Gas Druckluftsystem, je nach Modell Metall- oder Plastikkugeln mit einem Durchmesser von 6 mm, sehr selten auch 8 mm. Im Handel sind auch Spezialkaliber von 5,5 mm erhältlich, für welches allerdings keine Farbmunition vorhanden ist. Von Händlern aus Fernost ist eine große Palette an verschiedenen Modellen erhältlich, angefangen von qualitativ und preislich minderwertigen und billigen Varianten für Kinder bis hin zu qualitativ hochwertig verarbeiteten Sammlerstücke für Liebhaber. Grundsätzlich können diese Waffen keine lebensgefährlichen Verletzungen verursachen.
Die verschiedenen Arten von Softairwaffen
Die Federdruck Waffe ist eine, wie der Name schon sagt, Softairwaffe die über Federdruck betrieben wird. Sie nutzt dabei die Energie, von einer mit der Hand zu spannenden Schraubenfeder. Hierdurch wird die Munition aus dem Lauf heraus beschleunigt. Dabei muss der Schütze allerdings die Waffe vor jedem einzelnen Schuss von Hand spannen. Dies geschieht, indem dieser den Ladehebel, genauer gesagt den Schlitten der Waffe nach hinten zieht. Wenn die Feder komplett gespannt ist, ist die Waffe schussbereit. Wegen dieser Funktionsweise kann die Federdruck Softairwaffe nicht halb- oder vollautomatisch schießen. Auch wenn die meisten der elektrischen Softairwaffen auch eine Feder für den Antrieb der Kugel besitzen, fallen diese nicht in die Kategorie der "Springs" als Federdruckwaffen. Diese Waffenart ist vor allem im billigen Preissegment erhältlich. Doch qualitativ hochwertige Federdruck Softairwaffen können durchaus über 1.000 Euro kosten. Auch in diversen Schrotflintennachbauten wird das Federdrucksystem verwendet, dabei wird allerdings die Feder über eine typische Repetierbewegung des vorderen Schaftes für jeden einzelnen Schuss gespannt.
Die Gas-Softairwaffe ist eine Softairwaffe die, wie der Name schon sagt, mit Gas betrieben wird. Dabei braucht die Waffe unter Druck stehendes Treibgas, damit die Munition beschleunigt werden kann. Diese Art der Waffe ist in der Lage, voll- und halb automatisch zu schießen. Heutzutage werden üblicherweise Treibgase wie Propangas, in Verbindung mit Softair auch Green Gas genannt und auch unter dieser Bezeichnung auf dem Markt erhältlich, sowie die Treibgase HFC134a und HFC-22 und auch entsprechend an Softairwaffen angepasst das starke Red Gas verwendet. Die erste Gas-Softairwaffe auf dem Markt werden heutzutage wegen ihres Alters auch als Classic Guns bezeichnet und wurden typischerweise über ein flüssiges Treibmittel, wie etwa R-12 angetrieben. Nicht selten beinhalten diese Art der Waffen zwei externe Tanks, wovon einer für das R-12 Treibmittel selber genutzt wird und der andere als Ausdehnungsgefäß dient. Erst später wurden diese Arten von ein paar Benutzern so stark modifiziert, dass diese mit druckregulierten CO2-Behältern oder auch Stickstoff-/Hochdruckluftflaschen arbeiten, die einen höheren Druck sowie weniger Druckschwankungen geboten haben. Zudem kühlen sich die komprimierten Treibmittel innerhalb der Expansion sehr ab, bis sogar weit unter Null Grad Celsius. Die starke Abkühlung lässt zum einen den Druck sinken, bis die Waffe schließlich nicht mehr schießen kann und andererseits leidet auch die Gummidichtung aufgrund der tiefen Temperatur. Wird CO2 als Treibmittel verwendet, so tritt dieser Effekt nicht so stark auf und bei Druckluft generell nicht. Auch erwähnenswert sind die sogenannten Blow-Back-Softairwaffen. Bei diesen wird der Druck des Treibgases auch dazu benutzt, die Repetierbewegung von echten Waffen nachzumachen, also die Bewegungen des Verschlusses sowie bei Imitaten von Pistolen, die Vor- und Rückbewegung des Schlittens innerhalb des Schießvorgangs. Softairwaffen dieser Art sind in Deutschland nur über eine Modifikation zu erwerben, welche ausschließlich das halb-automatische Feuern möglich macht.
Die Elektrische Softairwaffen
Softairwaffen die elektrisch angetrieben werden haben einen batteriebetriebenen Elektromotor. Dieser spannt die Schraubenfeder mit einem Hubkolben über ein Getriebe. Durch jedes Betätigen des Abzugs wird die Feder in der ersten Phase über den Motor gespannt. Innerhalb der zweiten Phase wird dann die Feder wieder freigegeben. Die Feder wirkt anschließend auf einen Kolben. Dabei wird die Luft wie in einer Luftpumpe komprimiert und dabei beschleunigt die Druckluft die Munition. Aktuelle elektrische Softairwaffen führen diesen Zyklus pro Sekunde bis zu 16 Mal aus, was 1.200 Schuss je Minute bedeutet. Dies ist nur über die vollautomatische Betriebsweise möglich. Aus diesem Grund haben die elektrischen, automatischen Softairwaffen auch den Namen "Automatic Electric Gun", kurz AEG erhalten haben. Dabei erreichen diese Softairwaffen Mündungsgeschwindigkeiten von etwa 250 bis 550 Fuß je Sekunde, was entsprechend 75 bis 160 m/s bedeutet, gemessen bei der Verwendung von 0,20-g-BB. Die Feuerraten betragen zwischen 300 und 900 Zyklen je Minute. Diese Softairwaffen gehören zu den am meist verwendeten innerhalb von Wettkämpfen, wobei es aber auch hier Ausnahmen gibt. Hier auch erwähnenswert ist die Tuning-Firma "Killer Studio" aus Japan, welche bis zum Jahr 2005 die sogenannte "Cyber-AUG" Serie produzierte. Die Feuerrate der Waffe betrug bis zu 24 Schuss je Sekunde, also 1.440 Schuss in der Minute. Nachdem Ende der Airsoft-Karriere dieser Firma, gelten diese Waffe als extrem rar und gelten deshalb als wertvolle Sammlerstücke. In Japan wurden anfänglich sämtliche elektrische Softairwaffen entwickelt und noch heute dominiert Tokyo Marui, ein japanischer Modellhersteller den Markt. Die Tokyo Marui AEG weißt ein Getriebe, also Gearbox mit drei Zahnrädern auf. Eines dieser Zahnräder wird vom Motor angetrieben und das letzte drückt schließlich den Hubkolben gegen die Feder und spannt diese. Wenn der Kolben vom Mechanismus entlastet wird, schnellt die Feder nach vorne. Viele weitere Hersteller, allen voran "Classic Army" haben dann diesen Mechanismus von Tokyo Marui nachgemacht und diese Nachbauten unter ihrem eigenen Namen verkauft. Teileweise wurden kleine Verbesserungen oder Änderungen ausgeführt, wie beispielsweise die Classic Army, welche ihre AEG´s mit einem Metallgehäuse ausgestattet hat. Zu den weiteren oft verwendeten Waffentypen gehören die "Professional Training Weapon" Systeme des Behördenausrüsters "Systema". Ursprüngliche wurde diese Waffe als realitätsnahes Übungsgerät für Polizei, Militär und weiteren Behörden konzipiert und dienen seitdem als Trainingsgerät. Diese Waffen gleichen ihren Originalvorbildern nicht nur äußerlich, sondern auch von der Bedienung und vom Gewicht her bis ins kleinste Detail. Die Waffen nutzen dasselbe Prinzip sowie die gleiche Munition wie sämtliche anderen elektronischen Softairwaffen und haben auch eine Mündungsenergie von unter 7,5 Joule, weshalb sie genauso von Softairspielern verwendet werden. Gewöhnlich werden elektrische Softairwaffen von einem der beiden folgenden Akkutypen mit Strom versorgt. Zum einen die Nickel-Cadmium Akkus, kurz NiCd oder auch von Nickel-Metallhydrid Akkus, kurz NiMH und das mit verschiedenen Kapazitäten und Spannungen. In Akkupacks werden einzelne Akkus für Spannungen von 7,2 bis 12 Volt zusammengespannt. Meistens wird ein 8,4-V Akkupack verwendet. Je höher die Kapazität, also mehr Ah umso länger die Betriebsdauer, dagegen führt eine höhere Betriebsspannung, kurz V, zu einer höheren Feuerrate. In letzter Zeit finden aber auch immer mehr moderne Akkutechnologien wie beispielsweise die Lithium-Ionen oder die Lithium-Polymer Technologien ihre Verwendung in der Airsoftwelt.
Die Munition
Die Munition der Softairwaffen wird als BB bezeichnet. Es existieren unterschiedliche Erklärungsansätze, warum dieses Kürzel verwendet wird. Zum einen rührt der Name vom Begriff ball bearing, also Kugellager her, da die Rundkugel Vorbild aus den im Sportbereich genutzten Rundkugeln für Luftgewehre ist und aus der Kugellagerproduktion stammt. Auf der anderen Seite scheint die Verwendung des Namens aus dem Gebiet der Druckluftwaffen zu kommen, welche ursprünglich für eine gewisse Schrotgröße gestanden hat, was ebenso plausibel klingt. Andere Quellen wiederum verbinden das Kürzel BB auf baby bullet zurück, was übersetzt nichts anders bedeutet als "kleine Kugel". Die Munition der Airsoftwaffen ist hauptsächlich 6 mm im Durchmesser und bestehen überwiegend aus Kunststoff. Mit Softairwaffen kann keine scharfe Munition verschossen werden. Auf dem Markt werden BB´s in verschiedenen Gewichten angeboten. Diese gehen von 0,12 bis 0,85 Gramm. Zudem werden neben den normalen BB auch biologisch abbaubare Kugeln hergestellt. Diese sind aus Stärke gefertigt und zerfallen innerhalb von zwei Jahren. Weitere Ausführungen sind auch grafitbeschichtete oder metallbeschichtete Kugeln erhältlich. Wenn auf Zielscheiben geschossen wird, werden teilweise auch massive Stahl- oder Aluminiumkugeln verwendet. Am gängigsten sind nach wie vor 6 mm Kugeln mit einem Gewicht von 0,12 Gramm, bei sehr schwachen Softairwaffen und bei schwereren Waffen 0,20 und 0,25 Gramm. Die biologisch abbaubare Variante wird dabei auch sehr häufig verwendet. Eine weitere Munitionsart sind fluoreszierend Kugeln. Diese können im Lauf, zusammen mit einem extra Laufadapter, einem sogenannten Tracer abgefeuert werden. Dabei werden sie mit einem hellen, kurzen UV Blitz beleuchtet, damit der Effekt von Leuchtspurmunition erzielt wird. In den 90er Jahren wurden zudem Softairwaffen produziert, welche asphärische Pellets abschießen können. Die "Balde Bullet" von Asahi gehört zur bekanntesten Art dieser Munition. Gedacht war die Munition dazu, um aus Ashahis M700 oder M40 Gewehren verschossen zu werden. Doch die Ashai-M700/M40 Serie wurden nur wenige Wochen nach ihrem Erscheinen konfisziert. Die japanische Polizei stellte die Waffen sicher um diese nachher zu vernichten. Nötig wurde dies, da es möglich war, mit nur wenigen Schritten aus der Spielwaffe eine echte 22 Patronenwaffe zu machen. Weiterhin ist farbgefüllte Munition verfügbar, diese ist jedoch nicht kompatibel mit Airsoftwaffen, welche ein Hop-up besitzen, sowie stärker als 0,5 Joule sind. Die Farbkugel würde in beiden Fällen innerhalb des Laufes platzen.
Die 6 mm BB und ihr Gewicht sowie Verwendungszweck:
0,12 Gramm für Softairwaffen mit kleiner 0,25 Joule
0,15 Gramm sind meist Bio BB und ebenfalls wie 0,12 Gramm für kleiner 0,25 Joule geeignet.
0,16 Gramm sind ein Kompromiss zwischen 0,2 und 0,12 BB und Low-power-Softairwaffen weniger 0,5 Joule geeignet.
0,18 Gramm für Waffen mit etwa 0,3 bis 0,35 Joule gut geeignet.
0,20 Gramm ist das Standardgewicht vieler Softairwaffen. Für diese Munition sind meisten GBB mit festen Hop-up eingestellt. Diese werden im Vergleich zu 0,25 Gramm BB leichter über die Luftbewegung in der Flugbahn beeinflusst. Nach dem Impulserhaltungssatz und Energieerhaltungssatz ist die Mündungsgeschwindigkeit größer als bei 0,25 Gramm BB und das bei gleicher kinetischer Energie. Weshalb diese sehr ideal für kurze Distanz ist, bei der eine stabile Flugbahn über eine lange Distanz nur sekundär ist. Geeignet ist sie für Softairwaffen von 0,4 bis etwa 0,9 Joule. Die 0,23 Gramm Kugeln sind eine Kompromisslösung zwischen 0,20 und 0,25 Gramm.
0,25 Gramm Kugeln bilden die obere Grenze der Standard-Softairwaffen. Sie fliegen bei gleicher kinetischer Energie deutlich langsamer als 0,2 Gramm BB. Sind aber für stabilere Flugbahn. Diese lassen sich durch Laubwerk auch nicht so einfach ablenken wie eine leichtere BB.
Für stark getunte Airsoftwaffen sind 0,28 Gramm Standardgewicht. Sie sind bedeutend billiger als 0,3 Gramm BB bei fast gleicher Performance.
Die 0,29 Gramm sind spezielle BB´s von Maruzen. Sie sind poliert und besitzen eine sehr kleine Fertigungstoleranz. Geeignet für Waffen mit Präszisionssoftairwaffe.
Die meisten Präzisionssoftairwaffen verwenden 0,30 Gramm Gewicht.
0,36 Gramm schwere Munition ist ebenfalls für Präzisionssoftairwaffen, sie sind sehr langsam und in ihrer Flugbahn aber sehr stabil.
Die 0,43 Gramm sind geeignet für höchste Upgradeklasse der Präzisionssoftairwaffen. Meistens sind diese grafitbeschichtet.
0,85 Gramm Stahlkugeln sind nur für sehr starke Waffe geeignet.
Die 8 mm Munition reicht von 0,27 Gramm bis 2,1 Gramm. 0,27 Gramm sind sehr leichte 8 mm BB und für einige Präzisionsairwaffen geeignet.
Die Softair-Ballistik
Die Geschwindigkeit, Gewicht und Energie: Das Tempo, mit dem das BB den Lauf verlässt, ist bei Softairwaffen vor allem von der Stärke der Feder abhängig. Im europäischen Raum sind Tempolimits von 300 bis 400 Fuß pro Sekunde, kurz FPS für AEG´s und von 400 bis 550 FPS für Einzelschussairsoftwaffen gebräuchlich.
Die Gefahren für Menschen
Die meisten Verletzungen, die durch Softairkugeln passieren sind oberflächlich. Auch wenn für das Airsoftspiel kein angemessener Schutz für die Augen gesetzlich vorgeschrieben ist, ist dieser dennoch empfehlenswert. Die optimale Schutzausrüstung ist eine Ganzgesichtsmaske, welche auch die Ohren und Zähne vor Treffern schützt. Für die Airsoftwaffen die bereits ab dem 14. Lebensjahr erhältlich sind, und eine Geschossenergie unter 0,5 Joule haben, genügt meist eine geeignete Schutzbrille.
Die Leistungscharakteristik
Airsoftwaffen verschießen die Munition mit Geschwindigkeiten von 30 m/s also 100 FPS bei günstigen Spielzeugmodellen. Starke Gas-Softairwaffen verschießen meist mit bis 800 FPS. Die überwiegenden nicht modifizierten Standard AEG mit Tokyo-Marui Gearbox haben etwa 270 FPS, liegen also mit 80 m/s im Mittelfeld. Aber technische Verbesserungen, etwa der Austausch der Feder kann diesen Wert erhöhen. Interne Veränderungen umfassen die Erhöhung der Feuerrate sowie die Geschwindigkeit, mit welcher die Munition den Lauf verlässt. In einer AEG lässt sich die Schussfrequenz, auch Kadenz genannt einerseits über eine größere Betriebsspannung des Elektromotors erreichen, andererseits aber auch durch eine größere Umsetzung innerhalb der Gearbox. Die dritte Möglichkeit ist die Reduktion von Reibungsverlusten über Fetten, Kugellagern, energieeffizienten Elektromotoren und weiteren. Eine höhere Mündungsgeschwindigkeit wird über den Einbau einer festeren Feder sowie durch hochwertigere Teile im Luftdrucksystem erreicht, um die Druckverluste zu minimieren.
Das Hop-UP
In Softairwaffen bewirkt das Hop-Up-System einen Rückwärtsdrall der Munition. Dabei wird die Flugbahn der Kugel zur Seite hin abgelenkt, was dazu führt, dass dieses mit der Strömung dreht, falls die Waffe beim Schießen gerade gehalten wird. Wenn die Waffe auf dem Kopf steht, wird die Kraft selbstverständlich umgekehrt, also nach unten. Auf der Kugelseite, welche sich mit vorbeiströmender Luft bewegt, können Luftschichten nahe des BB schneller strömen. Laut dem Gesetz von Bernoulli wird dabei ein Unterdruck erzeugt. Die Drehung entgegen der Luftströmung der anderen Seite bedeutet, dass sich die Luft abbremst. Hierdurch entsteht Überdruck du die Kugel weicht diesem höheren Druck aus. Sie beschreibt deshalb, wenn die Gravitation vernachlässigt wird, eine nach oben gebeugte Flugbahn. Da auf der Erde die Gravitation wirkt, wird das Hop-Up so eingestellt, dass sich der Kugelauftrieb sowie ihre Anziehung über die Erde gerade kompensieren sowie die gerade Flugbahn beschreibt, aber nur bis der Rückdrall wieder nachlässt und die Kugel so absackt. Das aktuell verbreitete Hop-Up-System berührt diese beschleunigte Munition im Lauf durch die gummierte Kontaktoberfläche der Oberseite der Innenfläche des Laufes. Zwischen Gummifläche und Kugel besteht eine große Reibung, was zu einem Drehmoment führt, dessen Vektor nach rechts zeigt. Ein großer Nachteil des Systems ist die Abhängigkeit von der Ausrichtung der Waffe. Wenn die Softairwaffe nach beispielsweise 90 Grad nach links geneigt wird, hat das BB keinen Rückwärtsdrall, es entsteht hingegen ein Linksdrall. So beschreibt die Kugel eine Linkskurve und sackt sehr früh ab. Als Alternative zum Hop-Up-System gilt das BAX, bei welchem die Kugel statt von der Kontaktfläche über zwei Kontaktflächen des Rückwärtsdralls kommt. Hierdurch ist eine kleinere Seitendrehung gewährleistet. Zu den in der Stärke verstellbaren Hop-Up-Systeme sind gerade bei billigeren GBB fixe Hop-Ups gängig, die nur für ein Munitionsgewicht eingestellt wurden, meistens 0,2 Gramm. Andere Gewichte würden zu einem zu schwachen oder zu starken Hop-Up-Effekt führen.
Die rechtliche Lage
Die Deutsche Regelung über Anscheinswaffen: Die meisten Airsoftwaffen sind Nachbildungen von reellen Schusswaffen und genauso wie Modellwaffen fast nicht von diesen zu unterscheiden. Als Anscheinswaffen unterliegen sie deshalb gewissen Bestimmungen innerhalb des deutschen Waffenrecht und dürfen daher in der Öffentlichkeit nicht geführt werden. Wer gegen dieses Verbot verstößt und eine Anscheinswaffe führt, begeht also eine Ordnungswidrigkeit. Der Transport von Anscheinswaffen, beispielsweise vom Händler nach Haus oder von der Wohnung zum Schießstand ist nur über ein verschlossenen Behältnis, zum Beispiel einer eingeschweißten Verpackung oder einer Tasche, die über ein Schloss verriegelt wurde, erlaubt.
Die Regelung über Geschossenergie
Dieses Waffengesetz findet selbstverständlich auf Spielzeugschusswaffen, welche den Geschossen keine Bewegungsenergie über 0,5 Joule erteilen, mit der Ausnahme der zuvor genannten Vorschriften über Anscheinswaffen keinerlei Anwendung. So sind Softairwaffen, deren Geschosse eine Energie weniger als 7,5 Joule, jedoch über 0,5 Joule haben, erst ab 18 Jahren frei verkäuflich. Solche Waffen müssen im Fünfeck mit einem "F" gekennzeichnet werden und dürfen zudem keine Vollautomaten sein. Ohne den besitz eines Waffenscheins dürfen diese lediglich im befriedetem Besitztum gehalten und verwendet werden. Wir die Waffe transportiert darf sie weder schuss- noch zugriffsbereit sein. Das ist dann erfüllt, wenn diese ungeladen ist und sich innerhalb eines verschlossenen Behälters befindet.
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